Kaum noch Festlieger

„Früher hatten wir immer wieder mal Probleme mit Festliegern. Wir haben über Jahre nach jeder Geburt Calcium und Phosphor flüssig aus der Flasche gegeben. Teilweise wurde vor der Geburt auch mit Vitamin D-3 Injektionen gearbeitet. Trotzdem lag ein Teil unserer Kühe jedes Mal mit Milchfieber fest. Zu den Kosten für die Behandlung mit Infusionen kam dann auch noch der Milchverlust, weil die Kühe erst mal für die Produktion ausgefallen sind“, erinnert sich der Landwirt. Er fand keine richtige Lösung für das Milchfieberproblem und alles was er ausprobierte, stellte ihn nicht so richtig zufrieden. Seit einigen Jahren arbeiten die Exners jetzt mit einem Calciumbolus (CALCITOP). Diesen Tipp bekam er damals von seinem Fütterungsberater.

Seitdem bekamen alle Kühe zur zweiten Kalbung routinemäßig vier Calcium Boli. Gefährdete oder ältere Kühe erhielten auch bis zu 6 Boli. Die Verabreichung erfolgt mit einem Applikator. Dieser ermöglicht die Eingabe von 2 Boli gleichzeitig. Die Eingabe erfolgt jeweils kurz vor dem Kalben, kurz danach und eventuell 12 Stunden später. „Mit diesem Calciumbolus hat sich die Festliegersituation im Betrieb deutlich verbessert“, erzählt Hubert Exner.

Seit einiger Zeit kombinieren die Exners zur Milchfieberprophylaxe den Calciumbolus mit einem Phosphorbolus. „Wir hatten zwar so gut wie keine festliegenden Kühe mehr, aber Blutuntersuchungen bei Problemtieren hatten ergeben, dass ein Phosphormangel vorlag. Seitdem setzen wir zusätzlich einen Phosphorbolus ein, um die Phosphorversorgung zu verbessern. Wir kombinieren jetzt immer einen Calciumbolus (CALCITOP) mit einem Phosphorbolus (PHOCALTOP.) Die Eingabe ist für uns sehr praktikabel und wir sind uns sicher, dass das Tier pro Eingabe die notwendige Menge an Calcium und Phosphor erhält“, schildert Hubert Exner.

Je nach Alter und Leistung der Kuh kommt ein kombinierter Calcium-Phosphormangel um die Kalbung dreimal häufiger vor als ein reiner Phosphormangel. Bei der Verabreichung beider Boli erhält das Tier in einer Anwendung 36 g Calcium und 19 g Phosphor und Vitamin D 3. Das deckt den erhöhten Calciumbedarf um die Kalbung und die Kuh ist neben Calcium auch mit ausreichend Phosphor versorgt.

Das Boliprogramm bei den Exners umfasst alle Kühe ab der zweiten Kalbung. Auf diese Weise hat der Betrieb das Milchfieberproblem in kürzester Zeit in den Griff bekommen. Die Anzahl der Kühe ist Milchfieber sind deutlich zurückgegangen. „Der Einsatz der Boli ist zwar prophylaktisch, doch vergleichsweise spart man letzten Endes, bevor die Kuh mit Milchfieber festliegt“ fasst Hubert Exner zufrieden seine Erfahrungen zusammen. Er ist sich sicher, dass sich sein Programm rechnet.

Weitere Informationen sind über die Tierzuchttechniker und den Agrarprodukteservice der VOST eG zu beziehen.